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Zombieapokalypse oder die neue Art der Lieferdienste

25. August 2014

Er kommt! Der Tag wird kommen! Der, an dem wir die Wohnung nicht werden verlassen können! Was wird es sein? Was wird uns hindern? Der Regen? Die Zombies? Die geschwätzige Nachbarin? Wir werden in unserer sicheren Burg sitzen, lauschend, abwartend! Du kennst das Gefühl, weißt das du raus müsstest! Nahrung beschaffen, Energie tanken für das, was noch auf dich zukommt. Dein Kopf ist leer, keine Idee, kein Gedanke kann sich halten. Deine Vorräte sind bis auf wenige Dinge aufgebraucht! Es ist dunkel. Du spürst die Kälte des Fußbodens an dir empor kriechen, spürst das Blatt der Eingangstür an der du lehnst an deinem Rücken. Je mehr dir die Kälte bewußt wird, desto stärker wird dein frösteln. Beinahe schmerzhaft ist die Gänsehaut auf deinen angespannten Beinen. Es ist soweit! Du wirst gehen müssen. Raus! Raus in die Welt, vor der du dich so lange versteckt hast….

…oder aber es ist alles ganz anders und du bist (so wie wir) im Internet auf die Seite von Hello Fresh gestoßen. 

Was war passiert? Auf der Suche nach Inspiration für den wöchentlichen Speiseplan hat die Beste die Seite Hello Fresh entdeckt. Obwohl der Foodie an sich ja sehr neugierig ist (Anm. der mit Kritik beauftragten Hirnregion: Kaum hat er mal einen Bloggerkongress besucht, hält er sich schon für einen von denen!), haben wir daheim in einer langen Diskussion die Vor- und Nachteile eines solchen Lieferservices ausgiebig besprochen. (Ich versuche es mal nachzuerzählen. Sie: „Schatz, ich möchte das mal bestellen“, Er: „Ich weiß nicht…Frisches Essen per Post liefern lassen…“ Sie: „Mir egal! Ich bestell das jetzt! Basta!“…Tatsächlich war es völlig anders, aber aus literarischen Gründen passte es so einfach besser)

Wir haben die Probierbox-Classic bestellt, wobei bei der Bestellung auch eine ungefähre Lieferzeit ausgewählt werden kann.

Gespannt warteten wir am Liefertag auf den zwischen 18:00 und 20: Uhr angekündigten UPS Boten. Die Zeiger der Digitaluhr wanderten in Richtung der 18:30  als uns die ersten Zweifel kamen, ob die Herren in den braunen Lieferwagen tatsächlich noch arbeiten. Die Liste der optionalen Lieferdienste der Umgebung, bzw. internationalen Fachbetriebe für Fertignahrung wurde bereits durchforstet, als die Armbanduhr zwölf nach sieben schlug. Just in diesem Augenblick erklang das melodiöse Ding-Dong, welches an Sonntagnachmittagen Besuch verheißt. Am Dienstag Abend ist erwähnter Sonntagsbesuch eher ungewöhnlich und uns schwante, dass es sich beim Läutenden um den von uns erwarteten Paketboten handeln würde. Zu unserer Überraschung stellt es sich nicht als Mitarbeiter von UPS heraus. Vielmehr war es ein blau-gelb gewandeter DHL Fahrer, der uns das Abendessen brachte.

Wie Menschenwelpen zu Weihnachten die glitzernden Päckchen bestaunen, starrten wir das soeben gelieferte Paket an, als sei in seinem Inneren der heilige Gral verborgen. Aufgeregt packten wir die Zutaten aus. Es soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass sowohl auf den ersten, als auch auf den zweiten Blick die Lebensmittel frisch, gut verpackt und von überzeugender Qualität waren.

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 Entgegen meiner üblichen Praxis, die von mir getesteten Rezepte in epischer Breite zu erklären, verzichte ich aus Gründen der Rechte des Urhebers in diesem speziellen Fall darauf (Lieber Leute von Hello Fresh: Wenn ihr es mir erlauben würdet, täte ich dann doch zu meiner üblichen Praxis zurückkehren!). Nichtsdestowenigertrotz versuche ich mal die Speisefolge zu beschreiben.

Tag 1: Schweinelachs mit Reis

Mir persönlich ist die asiatische Küche etwa so geläufig wie das Balzverhalten der Galapagosschildkröte. Umso spannender fand ich die Verwendung von Hiosin-Soße und Paprika zum Schweinefleisch. Der Jasminreis passte dazu, wie das berühmte Gesäß auf den Abortkübel. Für mich ganz eindeutig 4 von 4 Punkten!

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Tag 2: Putenbrust im Knuspermantel mit Kartoffel-Tomaten-Auflauf

Eine krosse Bekleidung für Geflügel kennt man ja aus diversen Restaurationen. Die Vermutung eines erhöhten Schwierigkeitsgrades liegt auch nahe, da  bereits eine handelsübliche Panade der Grund für frustrationsbedingte Neudekoration der Küche sein kann. Aber….(hier bitte Fanfarenklänge vorstellen) Hält man sich an die wirklich gut strukturierte Anleitung ist auch das eine Kleinigkeit. (A propos Anleitung: Wenn man durch jahrelanges nutzen der Tabellenkalkulation eines amerikanischen Herstellers indoktriniert wurde, fällt es nicht leicht tabellarische Anleitungen auch mal von links nach rechts zu lesen. Na gut, die Zahlen hätten ein Hinweis sein können, aber wer liest schon Zahlen, wenn er sich auf ein gutes Essen freut. Stutzig wird man auf jeden Fall dann, wenn in scheinbar aufeinanderfolgenden Anweisungen zweimal Fleisch hinzugefügt werden soll.)

Fazit für den zweiten Tag: Der Kartoffel-Tomaten-Auflauf war der Hammer in Tüten!! 4 von 4 Punkten

Essen_01

Tag 3: Gebratene Spätzle in Creme fraiche-Zuccini-Tomatensoße

Die Stimme in meinem Kopf wurde echt zickig, mäkelte rum und fragte mich permanent ob ich irre sei, weil ich tatsächlich ein vergetrisches Gericht zubereiten wollte. Doch, doch! Ich war willens, ein unbestritten unmännliches (weil fleischloses) Gericht zu versuchen. Ohne jetzt meiner inneren Stimme recht geben zu wollen, aber der Gedanke Zuccini in einem Essen zu verwenden war für mich auch erstmal…ähh…ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher war aber die Tatsache, dass die Kombination aus Tomaten, Creme fraiche und Zuccini meine innere Nörgelstimme zu schweigen und mich in Verzückung brachte. Obwohl mir auch dieses Rezept wirklich gut (ich geb’s ja zu: sehr gut) geschmeckt hat, kann ich nur 3 von 4 Punkten geben. Es fehlte halt das Fleisch! 😉

Essen_03

Zum Schluss kann ich sagen, dass die Box von Hello Fresh lohnenswert ist für Leute, die sich keine Gedanken über Speisepläne machen wollen, oder die neugierig auch neue Ideen und Rezepte sind, aber nicht den Blätterwald der Hausfrauenzeitschriften und Kochbücher durchforsten wollen.

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From → Essen

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